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1. Metallbildhauersymposium Riesa

Metall und Riesa – wo sich Stahlindustrie und Metallbildhauerei treffen
Im September startet im Rahmen des Festjahres „900 Jahre Riesa“ das1. Metallbildhauersymposium Riesa

Vom 16. September bis zum 13. Oktober 2019 startet mit dem 1.Metallbildhauer- symposium Riesa ein neues Kulturprojekt in der Stadt an der Elbe. Fünf Künstler aus Riesa, Leipzig und London sind eingeladen, um in einer vierwöchigen Arbeitsphase in der Rime-Freyler-Werkhalle ihre verschiedenen Positionen zum Material Metall in je einer großformatigen Skulptur zum Ausdruck zu bringen. Unter dem Thema „Des RiesenUnterpfand“ widmen sie sich dem Gründungsmythos der Stadt. Anschließend werden die Werke im Stadtgebiet und auf verschiedenen Firmengeländen aufgestellt. Bei einem angedachten Zweijahresturnus des Symposiums könnte so in den nächsten Jahren eine außergewöhnliche Skulpturenausstellung im öffentlichen Raum mit verschiedenen Stationen über das gesamte Stadtgebiet verteilt entstehen. Das Symposium wird in Zusammenarbeit und mit Unterstützung der Stadt Riesa sowie ansässigen Stahlunternehmen realisiert. Die Schirmherrschaft hat Ministerpräsident Michael Kretschmer übernommen.

 

Ausgangspunkt für das 1. Metallbildhauersymposium Riesa ist die starke Präsenz der Stahlindustrie in der Stadt. Metallverarbeitende Unternehmen haben sich dort nicht etwa in abseitigen Gewerbegebieten angesiedelt, vielmehr liegen ihre großen Firmengelände unmittelbar in Innenstadtnähe, verbinden sich mit Wohnraum sowie Naherholungsgebiet, und sind damit auf eine außergewöhnliche Weise in die Stadt integriert. Die Stahlindustrie wirkt damit identitätsstiftendend für Riesa, prägt den Charakter der Stadt und verleiht ihr das einzigartige Stadtbild mit dem spröden Charme. Durch das Material Metall ergibt sich so eine natürliche Verbindung zur Metallbildhauerei. Bereits mit der 1999 entstandenen„Elbquelle“ von Jörg Immendorff wurde dieser Zusammenhang hergestellt. Die 25 m hoheund 234 Tonnen schwere Gusseisenstatue in Form einer imposanten Eiche ist die größte Eisenskulptur Europas und heißt Besucher bereits bei der Einfahrt in die Stadt willkommen. Diese außergewöhnliche Verknüpfung aus Stadt, Metallindustrie und Kunst, mit der sich Riesa ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen hat, wird mit dem Bildhauersymposium weiter fokussiert.

Von dieser Idee konnten auch zahlreiche in der Stadt ansässige Stahlunternehmen überzeugt werden, die das Symposium finanziell und materiell tatkräftig unterstützen. Das Metallbildhauersymposium schließt damit an die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aufkommende Zusammenarbeit von Künstlern und Industrie an, durch die Bildhauer die Infrastruktur großer Stahlwerke nutzten, um großformatige Skulpturen entstehen zu lassen. So erschuf David Smith im Stahlwerk in Voltri (Italien) 1962 die bekannten Voltri-Skulpturen. Von den Möglichkeiten der stahlverarbeitenden Industrie profitierten außerdem Alexander Calder mit seinen monumentalen Konstruktionen aus Stahl oder Richard Serra, der zahlreiche Plastiken in Stahlwerken des Ruhrgebiets und des Saarlands produzierte. Ebenfalls beispielhaft sind die Arbeiten der beiden Schweizer Bernhard Luginbühl und Jean Tinguely, die in den Von-Roll-Werken in Bern in Form von tonnenschweren Plastiken und gigantischen Maschinen entstanden.

Anschluss an diese Tradition findet das Symposium in Riesa nicht zuletzt mit dem international bekannten Künstler Jim Whiting, der in den achtziger Jahren mit Jean Tinguely und Bernhard Luginbühl zusammengearbeitet hat. Dem Londoner gelang 1984 mit seinen Installationen in Herbie Hancocks Video „Rockit“ der internationale Durchbruch. Neben Whiting kommen mit Sebastian Pless, Johannes Schütz und Christian Schmit, der auch der künstlerische Leiter des Symposiums ist, drei Leipziger Bildhauer in die Stadt. Der Kunstschaffende Matthias Seifert stammt aus Riesa.

Das 1. Metallbildhauersymposium Riesa wird im Rahmen des Festjahres „900 Jahre Riesa“ins Leben gerufen. Neben den bisherigen Programmpunkten des großen Jubiläums findet damit eine weitere spannende Kulturveranstaltung statt, zu der auch die Öffentlichkeit herzlich eingeladen ist. So wird es zur „Halbzeit“ am Samstag, den 28. September ab 19 Uhr die Möglichkeit geben, die Entstehung der Arbeiten zu verfolgen und Einblicke in die Arbeitsweisen der Bildhauer zu gewinnen. Am Samstag, den 12. Oktober ab 17 Uhr sind interessierte Bürgerinnen und Bürger dann zur Abschlussfeier des Bildhauersymposiums herzlich willkommen. Beide Veranstaltungen finden in der Rime-Freyler-Werkhalle statt und werden von einem kleinen musikalischen Abendprogramm begleitet. Jan Giehrisch vom WohnKulturGut Gostewitz sorgt dort für Speisen und Getränke.

Das Symposium findet unter freundlicher Unterstützung der Stadt Riesa, der Sponsoren Feralpi, Rime, Rehm, Freyler, Mannesmann Röhrenwerk, ESAM Energieservice und Arealmanagement GmbH und Stahl Krebs Solingen sowie der Förderer Meißner Sparkassenstiftung und Kulturstiftung des Freistaates Sachsen statt. Der Kulturförderverein Riesa e.V. sowie das WohnKulturGut Gostewitz unterstützen das Projekt außerdem organisatorisch.

Weitere Infos unter: www.bildhauersymposium-riesa.de

Kontakt:

Metallbildhauersymposium Riesa Öffentlichkeitsarbeit › Laysa Herrlich Telefon › 0176 786 277 73
E-Mail › post@bildhauersymposium-riesa.de

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